MGV "Eintracht" Hausen
1930 e.V.

Singen ist unsere Passion!

Aus der Vereinschronik

»Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder!«

So mögen auch die damaligen sangesfreudigen jungen Männer ge­dacht haben, die sich am 1. Juni 1930 im Gasthaus Bär trafen um den Gesangverein zu gründen. Nach den vorliegenden Aufzeichnungen, in einem einfachen Schulheft niedergelegt, waren es etwa 25 Männer, die nach einiger Überlegung dem neuen Verein den schönen Namen »Eintracht« gaben. Es wurde auch sofort ein Vorstand, bestehend aus dem 1. Vorsitzenden Georg Schardt, dem Kassierer Josef Reitz und dem Schriftführer Wilhelm Schardt gewählt. Der Chor bestand aus 40 Mitgliedern, davon 23 aktive Sänger.

In dem als Vereinslokal bestimmten Gasthaus »Bär« war am Sonntag, dem 22. Juni 1930 um 9.30 Uhr die 1. Gesangstunde.

Der Verein gab sich wie üblich eine Satzung, woraus der Leser die erste und die letzte Seite des Originals als Kopie im Anhang lesen kann. StatutenAls Dirigenten hatte man den wohlbekannten Johann Heftrich aus Waldmannshausen verpflichtet und mit ihm eine gute Wahl getroffen. Rührend widmete er sich seinem Auf­trag und kam bei Wind und Wetter nach Hausen, um seine Aufgaben zu erfüllen. Noch heute kann man im Protokoll nachlesen, dass er von allen Sängern als ein Vorbild angesehen wurde.

Der damaligen wirtschaftlich nicht gerade rosigen Lage entsprechend war der monatliche Beitrag mit nur 2O Pfg. angesetzt. Trotzdem wur­den alle finanziellen Verpflichtungen wie z. B. die Besoldung des Diri­genten mit jährlich 100 Reichsmark erfüllt.

Im Jahre 1932 trat der Verein durch eine Theateraufführung» Das Ver­söhnungsopfer auf Golgatha« zum erstenmal an die Öffentlichkeit.

1933 veranstaltete der Verein einen Liederabend unter Mitwirkung des Mandolinenklubs »Edelweiß« in Lahr. 

1933 wurde Bernhard Hofmann 1. Vorsitzender, der 1935 von Johann Kornet abgelöst wurde.
Der Verein kaufte 1936 eine neue Vereinsfahne. Die Fahnenweihe fand in feierlichem Rahmen statt.

Bis zum Ausbruch des Krieges war die Vereinstätigkeit sehr rege. Man maß sich mit anderen Gesangvereinen in verschiedenen Wettstreiten. Während des Krieges und nach dem Kriege ruhte die Vereinstätigkeit ganz. Den Anstoß, dass der MGV »Eintracht« das Singen wieder be­gann, waren vier Sänger, die die Absicht hatten, ein Gesangsquartett zu gründen. Es waren dies die Sangesfreunde Max Blum, Gerhard Wagner, Ludwig Hürter und Karl Laux.

Doch schon bei der nächsten Zusammenkunft musste man aus dem Quartett ein Doppelquartett machen. Da immer mehr Sänger zu dieser Gruppe stießen, kam dann die Anregung, den alten nur noch auf dem Papier existierenden MGV »Eintracht« aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und neu aufzubauen.

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Man lud nun alle ehemaligen Mitglieder und alle sangesfreudigen Män­ner  zu einer Versammlung ein. Der Einladung folgten etwa 30 Sänger. Gleich ging man mit Eifer und Elan an die Sache her­an und nach eingehender Diskussion wurde dann beschlossen, den ja noch bestehenden Verein neu zu beleben. Es wurde dann auch sofort ein neuer Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender wurde Johann Kornet, der schon bei der alten »Eintracht« Vorsitzender war und zum Dirigen­ten wählte man Sangesfreund Hürter. Nun begann ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte des MGV »Eintracht«.

Auch hier ist das Originalprotokoll vom 17.04.1948 als Kopie im Anhang nachzulesen.

Es zeigte sich, dass die Freude am Gesang viele Anhänger fand und viele dem Verein beitraten, so dass schon bald eine Chorstärke von 40 Sän­gern vorhanden war. Auch die Chorarbeit machte gute Fortschritte und das kulturelle Leben im Dorf begann neu aufzublühen. Man veranstaltete Liederabende, führte Theaterstücke auf, beteiligte sich bei den Nachbarvereinen an Gesangsveranstaltungen sowie an den Gruppensingen des Sängerkreises Limburg.

1952 legte dann der 1. Vorsitzende Sangesfreund Johann Kornet sein Amt aus Altergründen nieder.

Als Nachfolger wählte man einstimmig den schon im Vorstand tätigen Sangesfreund Karl Laux, der das Amt des Vorsitzenden in ununter­brochener Reihenfolge bis 1971 ausübte.

Die Vereinstätigkeit entwickelte sich weiter gut, die Beziehungen zu anderen Dorfvereinen wurden weiter vertieft und ausgebaut und dabei manche alten überholten Ansichten über Bord geworfen, die störend der neuen Entwicklung entgegenstanden.

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1955 feierte der MGV »Eintracht« sein 25jähriges Bestehen, verbun­den mit einem Prädikat- und Freundschaftssingen der beiden Westerwaldgruppen V/VI.

Das Fest verlief sehr harmonisch nach alter Sängertradition und es war ein schöner Erfolg für den Verein. Etwa 30 Gesangvereine betei­ligten sich an diesem Sängerfest.

1956 legte dann Sangesfreund Ludwig Hürter sein Amt als Dirigent nieder. Als neuen Dirigenten holte man sich Hans Heftrich, ein Sohn des ehemaligen Vereinsdirigenten Johann Heftrich. Aus dem gleichen Holz geschnitzt wie sein Vater, war auch Hans Heftrich ein begeisterter Dirigent, der neuen Schwung und Eifer in den Chor brachte.

1960 wurde dann in einer kleinen Feier das 30jährige Vereinsjubiläum begangen.

Nach 10jähriger Tätigkeit legte 1966 der bei allen Sängern beliebte Dirigent Hans Heftrich aus geschäftlichen und gesundheitlichen Grün­den den Taktstock nieder. Wie sehr er mit dem Verein verbunden war, zeigte, dass man ihn einstimmig zum Ehrendirigenten ernannte.

Nun übernahm Wolfgang Form, ein Sohn des Dorfes, das Amt des Dirigenten. Mit viel Mut, Eifer, Idealismus und Tatendrang nahm der noch junge Dirigent diese Aufgabe bis 1971 wahr. Während seiner Diri­gententätigkeit erlebte der Verein viele gesangliche Höhepunkte, u. a. auch das 40jährige Vereinsjubiläum.

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1967 verlegte dann der Verein sein Probelokal in die Gaststätte Wager, da das alte Vereinslokal verkauft und damit auch der einzige Saal des Dorfes an einen Industriebetrieb verpachtet wurde. Obwohl dem Verein kein Saal zur Verfügung stand, wurde das 40jährige Ver­einsjubiläum in der Zeit vom 27. bis 29. Juni 1970 mit einem feierlichen Kommers, Wertungs- und Freundschaftssingen sowie einem zünftigen Frühschoppen begangen. Es nahmen 34 Chöre an den einzelnen Ge­sangsdarbietungen teil. Das Fest war zwar zeitweise verregnet; den­noch war es ein voller Erfolg für den Verein und ein Erlebnis für die Dorfbevölkerung, die sich zahlreich daran beteiligt hatte.

1971 wurde Albert Böcher zum 1. Vorsitzenden gewählt und Karl Laux für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am 28. April 1972 wurde erstmals in Neunkirchen in der Heidi-Bar mit 9 befreundeten Vereinen ein sehr schöner und gelungener Liederabend unter dem neuen Dirigenten Walter Burggraf veranstaltet. In den fol­genden Jahren nahm der Verein an verschiedenen Wertungs-, Gruppen- und Freundschaftssingen teil. Außerdem wurden mehrere Lieder­abende mit Chören aus nah und fern abgehalten. Auch wurde die Ge­selligkeit durch Ausflüge, Wanderungen und Waldfeste gepflegt.
 
Da das Vereinslokal Wager am 27. 4. 1976 ausbrannte, war der Verein gezwungen, vorübergehend seine Gesangstunden im Gasthaus »Zur Traube« abzuhalten. Seit dem 31. März 1978 sang der Chor wieder in seinem ersten Vereinslokal, dem Haus »Colonia«. Am 11. Nov. 1978 hielt der Verein erstmals in dem neuen Dorfgemeinschaftshaus in Hausen einen Liederabend unter dem Motto »Waldbrunner Chöre sin­gen« ab. Dieser Liederabend hat in unserer Großgemeinde einen solch guten Anklang gefunden, dass er alljährlich im Wechsel von einem der Waldbrunner Chöre ausgerichtet wird.
 
Am 22. Dezember 1978 hielt Chorleiter Walter Burggraf seine letzte Ge­sangstunde. Unter seiner Leitung erhielt der Chor neuen Auftrieb, wie es die Teilnahme an zahlreichen Prädikat- und Wertungssingen sowie Liederabenden bewies.
 
Anfang Januar 1979 übernahm der aus Obertiefenbach stammende Dirigent Thomas Meilinger mit Idealismus und neuen Elan den Verein.
Ein Höhepunkt während seiner Dirigentenzeit war dann auch schon ein Jahr später die Ausrichtung des 50jährigen Vereinsjubiläums, das vom 6. – 9. Juni 1980 in einem festlichen Rahmen gefeiert wurde.      
 
Am 14.01.1984 trat Herbert Wingender das Amt des 1.Vorsitzenden an.
Dank seiner Musikalität war Wingender nicht nur ein souveräner Vorsitzender, der zielstrebig den Verein voran stand und trieb, sondern auch immer ein gefragter Mann, der die jeweiligen Dirigenten in fachlichen Belangen unterstützte.
Vom 07. bis zum 15.10.1986 unternahm der Männergesangverein zusammmen mit dem MGV Langendernbach eine Reise zum befreundeten Chor „Veliko Tirnovo“ nach Bulgarien.
 
Im November 1986 richtete der MGV sein erstes Schlachtfest aus, das sich mittlerweile zu einem festen und wichtigen Bestandteil des Vereinslebens etabliert hat.
 
Im Februar 1987 wechselte das Vereinslokal vom „Haus Colonia“ in die Mehrzweckhalle, in der seither jeden Donnerstag um 20.00 Uhr die Gesangstunde abgehalten wird.
 
Im September 1991 mußte Thomas Meilinger nach fast 13jähriger Chorleitertätigkeit sein Amt aus gesundheitlichen gründen leider aufgeben.
Schon kurze Zeit später trat der ebenfalls aus Obertiefenbach stammende Ewald Leber dessen Nachfolge an. Der Verein konnte sich freuen, dass ein so erfahrener und qualifizierter Dirigent sich bereit erklärt hatte, den Chor zu übernehmen.
Schon in den ersten Gesangstunden zeigte sich, dass Leber nicht nur fachlich, sondern vor allem auch menschlich hervorragend zur Eintracht passte.
Unter seiner Leitung hat sich der Verein kontinuierlich gesanglich weiterentwickelt und hat dies bei vielen verschiedenen Auftritten unter Beweis stellen können.
 
Am 17.01.1996 trat Hans-Georg Böcher in die Stapfen seines Vaters Albert und löste Herbert Wingender als Vorsitzenden ab.
Böcher hat seither mit sehr viel Engagement und Pflichtbewusstsein den Verein weiter vorangebracht und viel seiner Freizeit zum Wohle des Chores geopfert.
 
In einem feierlichen Konzert wurden im November 1998 zahlreiche Ehrungen ausgesprochen – u.a. wurden für 50jährige aktive Chortätigkeit Peter Scherer sen.,Engelbert Wagner, Gerhard Wagner und Josef Wagner mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes geehrt.
Paul Höht und Ottmar Eisenhuth wurden ebenso für 65jährige aktive und passive Chortätigkeit mit einer Ehrennadel ausgezeichnet.
Für seine langjährige Vereinstätigkeit erhielt Herbert Wingender die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden und des weiteren wurde bei diesem schönen Konzert den zahlreichen Zuschauern auch noch das neue Klavier von Wolfgang Form präsentiert.
 
Im September 2000 feierte der MGV seinen 70 Geburtstag mit einem Chor- und Solistenkonzert. Zahlreiche befreundete Vereine waren der Einladung der „Eintracht“ gefolgt und sorgten für einen unterhaltsamen Abend, den der Männergesangverein von Hausen zusammen mit dem heimischen Tenor Toni Harth eindrucksvoll mit dem bekannten „Granada“ abschloss.
 
Im Frühjahr 2005 gab Ewald Leber aus gesundheitlichen  Gründen sein Amt auf.
Der MGV wünscht ihm und seiner Familie alles Gute und freut sich auf viele gemeinsame Treffen.
 
Seit März 2005 steht der Chor unter der Leitung von Thomas Leber.

 
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